Das FBI-Büro Washington Field Office und die US-Staatsanwaltschaft für den Eastern District of Virginia haben am 27. Oktober 2026 die Domain virtualine.net beschlagnahmt. Virtualine ist ein „Bulletproof“-Hoster: Der Dienst warb auf Cybercrime-Foren offen bei Kriminellen und versprach, Missbrauchsmeldungen und Anfragen von Strafverfolgungsbehörden zu ignorieren.
Laut US-Justizministerium erlaubte der Dienst „illegale/Black-Hat-Aktivitäten“ wie Phishing, Carding, Spam und Port-Scanning. Die Ermittler werfen ihm außerdem vor, ein Forum mit Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern gehostet zu haben. An den Ermittlungen waren die Polizei Hessen, niederländische Behörden und die britische National Crime Agency beteiligt. Die niederländische Polizei beschlagnahmte in Limburg dutzende physische Server.
Krypto-Zahlungen: Virtualine nahm Bitcoin direkt über nicht gehostete Wallet-Adressen an. Chainalysis, das die Ermittlungen unterstützte, schreibt, Kunden hätten so zahlen können, ohne dass bei gehosteten Börsen Prüfungen ausgelöst wurden. Das Justizministerium sagt, der Anbieter habe die Erlöse anschließend gewaschen. Chainalysis verknüpft die Zahlungsadressen mit Ransomware-Betreibern, Infostealer-Infrastruktur und Betrugsplattformen.
Der Betreiber weist die Vorwürfe zum Missbrauch von Kindern in einem offenen Brief auf einer neuen Domain zurück. Festnahmen wurden bisher nicht gemeldet.
Für Kunden von Hosting, das mit Krypto bezahlt wird, zeigt der Fall: Bitcoin-Zahlungen ohne Identitätsprüfung ziehen die genaue Beobachtung durch Strafverfolger und Blockchain-Analysten nach sich. Erwarteter Standard sind Hoster mit klarer Missbrauchs- und DMCA-Richtlinie.
Quellen:
- BleepingComputer: Police seize Virtualine bulletproof service (28. Oktober 2026, englisch)
- Chainalysis: International law enforcement seizes Virtualine bulletproof hosting (Oktober 2026, englisch)