Das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security, DHS) hat den isländischen Hoster FlokiNET aufgefordert, eine Website mit beruflichen Angaben zu zehntausenden seiner Mitarbeiter vom Netz zu nehmen. FlokiNET hat den Antrag abgelehnt.
Am 29. Oktober 2026 veröffentlichte FlokiNET das Schreiben des Cybersicherheitsunternehmens ZeroFox, das im Auftrag des DHS handelte. Darin wirft man FlokiNET vor, mit der Speicherung eines „gestohlenen“ Mitarbeiterdatensatzes gegen die Nutzungsbedingungen zu verstoßen, und fordert, die Informationen zu „entfernen oder zu deaktivieren“.
FlokiNET erklärte, die Beschwerde betreffe eine Domain, icepi.cx, auf der Angaben zu Mitarbeitern mehrerer DHS-Behörden, darunter ICE und CBP, zusammengestellt seien. Das Unternehmen argumentiert, dass Bundesbeamte bei der Durchführung staatlicher Aufgaben keine Privatpersonen seien und die Öffentlichkeit ein berechtigtes Interesse an diesen Informationen habe. Die Daten stammen laut FlokiNET aus einem Datenleck. Nach Angaben des Unternehmens hat der Registrar die Domain dennoch gesperrt. Die Informationen seien inzwischen auf einer anderen Domain erschienen (Al Jazeera, 29. Oktober 2026).
Der Datensatz wurde am 28. Oktober 2026 zuerst von der Transparenz-Gruppe Distributed Denial of Secrets (DDoSecrets) veröffentlicht. Eine Hackergruppe, die sich „Department of Peace“ nennt, gibt an, die Daten beschafft zu haben.
Für Kunden von Hostinganbietern zeigt der Fall, wie ein auf die Nutzungsbedingungen gestützter Löschantrag in der Praxis behandelt wird: Der Anbieter prüft den Inhalt selbst, und der Domain-Registrar kann unabhängig vom Hoster handeln.
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